Geboren in Dresden an einem Sonntag im Winter, der als einer der kältesten in die Annalen eingeht, als drittes von sieben Kindern eines Lehrers und einer Lehrerin.

Der Umstand, Tochter eines Lehrer-Ehepaars zu sein, macht das Leben anfänglich nicht gerade leichter, später nutze ich ihn als „mildernden Umstand“.

Mit 5 Jahren das erste mal von zu Hause ausgebüxt, nach diesem wie auch nach allen folgenden Fluchtversuchen in den Schoß der Familie zurückgebracht.
Mit 6 Jahren eingeschult, zehn Jahre die Schulbank gedrückt, zwei davon als perspektivloser Leistungssportler auf der Kinder- und Jugendsportschule. Der Makel des „I“ (für Intelligenzlerkind) hinter dem Namen im Klassenbuch und ein Bruder, der wegen Westflucht einsitzt, lassen nicht viel Spielraum. Also Lehre als „Facharbeiter für Zootechnik“ (auf gut deutsch Rinderzüchter) mit Unterbringung im Internat, um möglichst weit weg von zu Hause zu sein. Skandalträchtiger Rausschmiss und damit Abbruch der Lehre nach einem Jahr. Danach neue Lehre als „Facharbeiter für Schreibtechnik“ (auf gut deutsch Sekretärin). Mit 18 Jahren endlich raus aus dem Elternhaus, ohne zurückgebracht zu werden. Mit 20 Jahren das erste (Wunsch)Kind, mit 21 Jahren das erste mal verheiratet, mit 23 Jahren das zweite Kind und geschieden. Die nächsten zehn Jahre alleinerziehende, vollberufstätige Mutter. Kurz vor der Grenzöffnung die zweite Ehe mit einem „Wessi“ und damit Ausreisegenehmigung aufgrund „Familienzusammenführung“, Auffanglager in Nürnberg, Übersiedlerheim in Nesselwang. Zum ersten mal die äußerst unangenehme Erfahrung, arbeitslos zu sein. Ungute Erfahrungen und Voreingenommenheit gegenüber „Ossis“ machen es nicht leicht, einen Job zu finden. Nach einem knappen halben Jahr dann der Wiedereinstieg über eine Zeitarbeitsfirma, damit die Chance, mich zu beweisen und nun zügig einen „richtigen“ Job zu bekommen.

Mit 38 Jahren das dritte Kind, die Ehe am Boden, ein Jahr später die Trennung, die eher einer Flucht gleichkommt, mit dem ältesten und dem jüngsten Kind möglichst weit weg – nach Berlin, einer der Söhne bleibt, um seine Lehre zu beenden. Nach dem Neueinrichten – im übertragenen wie im wörtlichen Sinne – Gründung der eigenen Firma. Als die Jüngste fünf Jahre ist, geht sie zu ihrem Vater. Das erste mal freier Fall in tiefes Loch: Tiefpunkt, ausgebrannt, Depression. Es braucht Zeit, sich neu zu orientieren und zu motivieren. Eine anstrengende, kräftezehrende Phase, die mich mein bisheriges Leben überdenken, einige meiner Erfahrungen verwerfen, in einem neuen Licht sehen lässt.

Heute zwar älter, wesentlich ruhiger und gewissermaßen abgeklärt, aber noch immer leicht „durchgeknallt“, mehr denn je der Wunsch und der Drang zu schreiben und das Verlangen nach Zeit und Muße dafür.
Aber ich arbeite daran… ;o)